Seit April 2025 wird eine Vitrine im ZI als eine Art Hochbeet von Nanne Buurman (Forschungsgruppe Kunst, Umwelt, Ökologie) kuratorisch-forschend „begärtnert“. Fortlaufend neu arrangiert und ergänzt, entstehen in dieser experimentellen Versuchsanordnung im Laufe des Jahres immer wieder neue Konstellationen zwischen den ausgestellten Materialien, die saisonal jeweils andere inhaltliche und ästhetische Querverbindungen in Erscheinung treten lassen. Der prozessual und assoziativ angelegte visuelle Essay zu Ambivalenzen von Naturkonzeptionen und ökologischem Denken in Moderne und Gegenwart lädt zur Reflexion über romantisierende, biopolitische, völkische und ökonomische Dimensionen des Ökologischen in Kunst und Kultur ein.
Disclaimer
Die verwendeten Materialien sind zum Teil als politisch problematisch einzuschätzen und werden im Sinne eines kritischen Erkenntnisinteresses ausgestellt, nicht im affirmativen Sinne.
Set II: Hasendämmerung
April-Juni (Ostern)
Jagdbitter






props:
grauer Herrenhut (Erbe des Großvaters OB)
rosa Plüschkaninchen (Straßenfund)
Hasenfuß (Leihgabe Freundeskreis)
Zinnsoldaten (Kleinanzeigen)
Plätzchenform Hase (Flohmarkt)
Zinnhasenfigur (Geschenk von Freund)
weißer Keramikhase (Geschenk von Kollegin)
kleine Kunststoffhasen (Deko)
erzgebirgische Holzfiguren Hasenschule (Leihgabe der Mutter)
Goldfolie vom Lind Schokohasen Goldhase (Netto)
Kräuterlikör Mümmelmann Jagdbitter (Aldi)
Radiergummi Dürerhase (Museumsshop)
repros:
Poster der Partei Die Grünen für die Europawahl 1979, gestaltet von Johannes Stüttgen auf Basis von Jospeh Beuys: “Der Unbesiegbare” (original Farbserigraphie, 84x59cm).
Dokumentationsfoto der Aktion Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt von Joseph Beuys in der Galerie Alfred Schmela, Düsseldorf, 26. November, 1965 (original Foto von Walter Vogel).
Postkarte Albrecht Dürer: Feldhase (1502) aus dem Museumsshop (original Aquarell, 25,1×22,6cm).
Das Lied von den zwei Hasen, Volkslied, 19. Jahrhundert (Internet)
Feldgrau, Farbtabelle, Wikipedia.
Zuckerhasen des Cafés Lieb Tübingen (neu aufgelegt Ostern 2025 nach historischen Gussformen aus der Zeit des ersten Weltkriegs).
books:
Hermann Löns: Wehrwolf (1910), Wilhelm Heine Verlag, München 1976. (Heyne Nostalgie Bibliothek)
Joseph Beuys: Sprechen über Deutschland, FIU Verlag, 1985. (Rede von 20. November 1985 an den Münchener Kammerspielen)
Michel Foucault: Die Geburt der Biopolitik. Geschichte der Gouvernementalität II, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 2006. (Vorlesungen am Collège de France 1978-1979)
Nanne Buurman: „D’inquiétantes familiarités. L‘inconscient völkisch dans les pratiques artistiques, cura-toriales et historiographiques après 1945 en Allemagne“, in: Histoire de l’Art, Sonderband „Art et autori-tarismes“, No. 94,“ Dezember 2024. (Erweiterte Übersetzung für die Rubrik „Accent Allemand“ aus kriti-sche berichte 51 (2023), Nr. 3, Themenheft „Kunst und (Neue) Rechte“, hg. von Kathrin Rottmann und Friederike Sigler, S. 48-55)
Hermann Löns: Mümmelmann. Ein Tierbuch, Adolf Sponholz Verlag, Hannover 1911.
Judith Kerr: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (1971), Roman, Otto Maier Verlag, Ravensburg 1974. (aus dem Englischen von Annemarie Böll)
Klaus Theweleit: Männerphantasien II : Männerkörper. Zur Psychoanalyse des weißen Terrors, Verlag roter stern, Frankfurt am Main 1978.
Ernst Jünger: Gärten und Strassen. Aus den Tagebüchern von 1939 und 1940, Mittler & Sohn, Berlin 1942.
Ernst Jünger: In Stahlgewittern, Roman, Klett Cotta, Stuttgart 2014.
Martin Warnke: Politische Landschaft. Zur Kunstgeschichte der Natur, Carl Hanser Verlag, München 1992.
M. Zucker: Albrecht Dürer, Max Niemeyer, Halle/Saale 1900. (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte)
Heinrich Hoffmann: Der Struwelpeter (1844), Verlag J.F. Schreiber, Eßlingen am Neckar, 1861. (Nach-druck o.J)
Die Häschenschule. Ein lustiges Bilderbuch von Fritz-Koch-Gotha zu Versen von Albert Sixtus, Alfred Hahn’s Verlag K.G., Hamburg 1924. (Nachdruck o.J.)
Edmund de Wal: Der Hase mit den Bernsteinaugen. Das verborgene Erbe der Familie Ephrussi (2010), aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2013.
Charles Ephrussi: Albert Dürer et ses dessis, Paris, A. Quantin, Imprimeur-Éditeur, 1882.
NANNE BUURMAN ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe „Kunst, Umwelt, Ökologie“ am ZI.


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