Seit März 2025 wird eine Vitrine im ZI als eine Art Hochbeet von Nanne Buurman (Forschungsgruppe Kunst, Umwelt, Ökologie) kuratorisch-forschend „begärtnert“. Fortlaufend neu arrangiert und ergänzt, entstehen in dieser experimentellen Versuchsanordnung im Laufe des Jahres immer wieder neue Konstellationen zwischen den ausgestellten Materialien, die saisonal jeweils andere inhaltliche und ästhetische Querverbindungen in Erscheinung treten lassen. Der prozessual und assoziativ angelegte visuelle Essay zu Ambivalenzen von Naturkonzeptionen und ökologischem Denken in Moderne und Gegenwart lädt zur Reflexion über romantisierende, biopolitische, völkische und ökonomische Dimensionen des Ökologischen in Kunst und Kultur ein.
Disclaimer
Die verwendeten Materialien sind zum Teil als politisch problematisch einzuschätzen und werden im Sinne eines kritischen Erkenntnisinteresses ausgestellt, nicht im affirmativen Sinne.
Set III: Haunting Horticulture
Juni – November (Sommer/Herbst)
Grass Wurzeln









props:
Zinnhasenfigur (Geschenk von Freund)
Camouflage Gartenhandschuh (Parkside, Lidl)
Frankonia Grassamen zur Rasenerneuerung (Baumarkt)
Weleda Pflegeshampoo Hirse (DM)
Binsengeflecht Körbchen (Privat)
Grünlilie (Privat)
Miniatur Blumentöpfe (Gartenbedarf)
Kinder Hake (Strandfund)
Original Beuys Eichenblatt (Kassel)
Wurzelballen (Garten)
Cap Moving Backwards (Venedig Biennale)
kleine Kunststoffhasen (Deko)
Gründer Tee Matscha (Bio)
Repros:
Feldgrau, Farbtabelle, Wikipedia.
Toter Hase auf verdorrtem Gras, Handyfoto Privat.
Postkarte Plantage Dachau, zum interdisziplinären Rechercheprojekt von Beo Tomek et al: https://plantage-dachau.de/
Kalenderblatt 2. Juni, Georg Schrimpf: Mädchen mit Schafen,
Books:
Joseph Beuys: Sprechen über Deutschland, FIU Verlag, 1985. (Rede von 20. November 1985 an den Münchener Kammerspielen)
Ernst Jünger: Gärten und Strassen. Aus den Tagebüchern von 1939 und 1940, Mittler & Sohn, Berlin 1942.
Die Häschenschule. Ein lustiges Bilderbuch von Fritz-Koch-Gotha zu Versen von Albert Sixtus, Alfred
Hahn’s Verlag K.G., Hamburg 1924. (Nachdruck o.J.)
Herbert Weymar: Buch der Gräser und Binsengewächse, Neumann Verlag, Radebeul/Berlin, 1959.
Hermann Mattern: Gras darf nicht mehr wachsen, Ullstein Berlin/Frankfurt/Wien, 1964.
Jean Jacques Rousseau: Emil oder über die Erziehung, Philipp Relam Junior, Leipzig, 1904.
Das Nibelungenlied. Aus dem Mittelhochdeutschen übertragen von H.U. Junghans, Philipp Reclam, Leipzig, 1875.
Merian. Vom Meißner zur Röhn, November 1968.
Sibylle von Olfers: Etwas von den Wurzelkindern (1905), Hase und Igel Verlag, München, 2010.
Werner Haftmann: Fritz Winter, Piper, München, 1957.
Hans Dickel: Natur in der zeitgenössischen Kunst, Konstellationen jenseits von Landschaft und Materialästhetik, Edition Metzel, 2016
Christoph Keller: Ceppo Sradicato, Villa Massimo, 2018.
Alfred Schmidt: Der Begriff der Natur in der Lehre von Karl Marx, 1962.
M. Zucker: Albrecht Dürer, Max Niemeyer, Halle/Saale 1900. (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte)
Leo Marx: The Maschine in the Garden. Technology and the Pastoral Ideal in America, Oxford UP, 1967.
Thomas Ebermann: Linke Heimatliebe.Eine Entwurzelung, konret Texte 75, 2019.
Beo Tomek (Hg.): Blut und Bodenständig, München 2025.
NANNE BUURMAN ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe „Kunst, Umwelt, Ökologie“ am ZI.

