Kategorie: Fund im Spotlight
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Esther Wipfler über ein verkanntes Bild-Medium: Das Gesangbuch
Weiterlesen: Esther Wipfler über ein verkanntes Bild-Medium: Das GesangbuchNoch nach dem Zweiten Weltkrieg war das Gesangbuch in jedem Haushalt zu finden, bot Platz für die Familiengeschichte und -erinnerungen durch Eintragungen und Einlagen. Kaum jemand vermutet in dieser Art von Literatur eine Quelle für das bürgerliche Selbstverständnis und den Ausdruck von Landesherrschaft. Aber gerade weil es so oft auch zu Hause zur Hand genommen wurde, nutzten die seine Herausgabe autorisierenden Körperschaften dieses Buch zur Identitätsstiftung, insbesondere durch seine Bebilderung.
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Wolfgang Augustyn über ein Exlibris
Weiterlesen: Wolfgang Augustyn über ein ExlibrisWer die Bestände der Bibliothek im Zentralinstitut für Kunstgeschichte konsultiert, wird immer wieder durch Besitzvermerke daran erinnert, dass viele alte Bücher eine bewegte Geschichte hinter sich haben. An die Vorbesitzer erinnern Namenseinträge oder Stempel, häufig ein Exlibris. Schlägt man nun die 1630 in Padua erschienene, später wohl in England neu gebundene und dabei rundum beschnittene Ausgabe der „Iconologia“ des Cesare Ripa (um 1555–1622) auf (Abb. 1), fällt auf der Innenseite des Deckels ein Stahlstich ins Auge: das Exlibris eines Vorbesitzers (Abb. 2), der wohl eine umfangreiche Bibliothek besaß, denn sein Besitzvermerk ist an vielen Orten nachweisbar.
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Frank Fehrenbach über das „Bild aus Bergamo“, oder: „The common bond is the movie theatre“
Weiterlesen: Frank Fehrenbach über das „Bild aus Bergamo“, oder: „The common bond is the movie theatre“Die Krisen der Neuzeit bringen regelmäßig ikonische Bilder hervor, aber in der aktuellen Auseinandersetzung mit der Pandemie kommt es wohl erstmals dazu, dass bereits der sprachliche Verweis auf einen ominösen Bilderberg zum Topos wird: „Die Bilder aus Bergamo“. Kaum eine Debatte, die ohne diese Formel auskommt: „Immer wieder verweist Laschet auf Bilder im März aus Bergamo, wo Militärfahrzeuge Leichen abtransportierten – diese Bilder schufen eine neue Lage.“ (>>) – „Die Bilder aus Bergamo haben die Wenigsten noch präsent. Dabei ist das um die Ecke.“ (>>) – „Wir haben die Bilder in Bergamo gesehen, und wir hätten es als deutsche Bevölkerung…
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Diletta Gamberini on failed artists in Italian renaissance poetry: Tifi Odasi´s Macaronea
Weiterlesen: Diletta Gamberini on failed artists in Italian renaissance poetry: Tifi Odasi´s MacaroneaBetween 1484 and 1490, Michele di Bartolomeo alias “Tifi” Odasi, a man of letters who gravitated around the most distinguished humanistic circles of Padua, gave to the press a booklet that was destined to earn him a modest place in the history of Italian literature. Almost exclusively remembered today as one of the earliest examples of macaronic poetry, the humorous genre whose defining feature was an incongruous contamination of Latin language structures with vernacular words and inflections, his Macaronea nonetheless holds a certain interest for art historians. Along with the compositions by the Venetian Andrea Michieli, Odasi’s text marks the…
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Julia Bondl über Courbet und Vercingétorix
Weiterlesen: Julia Bondl über Courbet und Vercingétorix„Nous ne chavons pas où ch’est, Alégia!“ René Goscinny, Albert Uderzo, Astérix: Le bouclier Arverne, 1968, S. 19. Alésia – ein denkwürdiger Ort für den französischen Nationalstolz; auch wenn im Comic Astérix Gegenteiliges behauptet wird, zerschlagen dort Cäsars Truppen 52. v. Chr. den Aufstand der gallischen Stämme unter Vercingétorix. Durch Schriftsteller wie Amedée Thiery (1828, Histoire des Gaulois), oder Henri Martin (1837–54, Histoire de France) wird der Arvernerfürst im 19. Jahrhundert zum französischen Nationalhelden erhoben. Er steht für die Geschichte einer Rebellion, die zum Abstammungsmythos der Franzosen gesponnen wird (vgl. Michel Reddé et al., Alesia: vom nationalen Mythos zur Archäologie,…
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Christine Tauber zur Frage, wieso Manet die Weltausstellung von außen malte
Weiterlesen: Christine Tauber zur Frage, wieso Manet die Weltausstellung von außen maltePARISER TROUVAILLE NR. 2 Edouard Manet malte das Gelände der Pariser Weltausstellung von 1867 auf dem Marsfeld aus der Feldherrenperspektive (Abb. 1), so, als handle es sich um ein fremdes, zu eroberndes Terrain.
