Anna-Lena Lang über das tragische Ende der Kunst- und Antiquitätenhandlung H. Bauml

Die Karteikarten der Kunsthandlung Julius Böhler verraten nicht nur viel über den deutschen und europäischen Kunsthandel des 20. Jahrhunderts. Manchmal geben sie auch einen Einblick in die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse zur Zeit ihrer Erstellung und machen dadurch neben wirtschaftlichen Fakten auch persönliche Schicksale sichtbar.

Abb. 1: Karteikarte zum Panneau mit Flamboyant-Rosetten, Vorderseite, ZI München/Photothek, Archiv Julius Böhler, Karteisystem Luzern, L_10421 [letzter Zugriff: 24.01.2023]
Abb. 2: Karteikarte zum Panneau mit Flamboyant-Rosetten, Rückseite [Ausschnitt], ZI München/Photothek, Archiv Julius Böhler, Karteisystem Luzern, L_10421 [letzter Zugriff: 24.01.2023]

Dies ist der Fall bei zwei Karteikarten der Kunsthandel AG in Luzern. Sie dokumentieren den Ein- und Ausgang eines Panneaus mit Flamboyant-Rosetten (Abb. 1 +2) sowie spätgotischer Fensterrahmen (Abb. 2 +3). Die Objekte gelangten Anfang September 1937 in die Luzerner Firma und wurden nur wenige Tage später zu „Jacques Bauml Paris“ in Kommission gegeben, wie uns ein Blick auf die Rückseiten der Karteikarten verrät.

Abb. 3: Karteikarte zu den spätgothischen Fensterrahmen, Vorderseite, ZI München/Photothek, Archiv Julius Böhler, Karteisystem Luzern, L_10420 [letzter Zugriff: 24.01.2023].
Abb. 4: Karteikarte zu den spätgothischen Fensterrahmen, Rückseite [Ausschnitt], ZI München/Photothek, Archiv Julius Böhler, Karteisystem Luzern, L_10420 [letzter Zugriff: 24.01.2023].

Auf den Vorderseiten lesen wir, ohne nähere Angabe zum Zeitpunkt der Einträge, „Im Krieg verloren Frau Bauml & Sohn im Konzentrationslager ermordet.“ Die Nüchternheit der Notiz lässt den heutigen Betrachter erschauern, bringt ihm jedoch zugleich den Alltag der Kriegsjahre näher.

Wer aber genau waren „Frau Bauml“ und „Sohn“ und in welcher Beziehung standen sie zu Julius Böhler?

Villers-sur-Mer (Calvados) um 1908 in der Villa „Mon Oncle“.
Die Baumls (Sabine und Henri hinten, Jacques auf der Bank) und die Beck-Schwestern. Foto: Charles Rosner, Emancipation. Etes-vous (aussi) de Czernowitz?, 2007, S. 110:http://hauster.de/data/EmancipationFR.pdf [letzter Zugriff: 24.01.2023]

Die Korrespondenzen zwischen Julius Wilhelm Böhler (1883–1966) und Sabine (1873–1944) bzw. Jacques Bauml (1903 –1944) im Bayerischen Wirtschaftsarchiv deuten auf ein gutes Verhältnis zwischen den Kunsthändlern hin, das über eine rein geschäftliche Beziehung hinausging (vgl. Korrespondenzen mit Bauml/Beck in den Jahren 1931 bis 1943 im Bayerischen Wirtschaftsarchiv F43/2, 28, 68, 93, 119, 168, 234). Sabine führte nach dem Tod ihres Mannes, Henri Bauml (1852–1926), gemeinsam mit ihrem Sohn Jacques die Kunst- und Antiquitätenhandlung H. Bauml. Der Schriftwechsel mit Böhler ist ab 1931 überliefert. Eine Bemerkung Jacques Baumls lässt jedoch darauf schließen, dass der Kontakt schon längere Zeit bestand: Er bestätigte in einem Schreiben zu Beginn des Jahres den Empfang einer Rechnung, die „wie immer“ in Ordnung sei und entschuldigte sich dafür, dass er diese aktuell noch nicht begleichen könne. Daraus geht hervor, dass der Pariser Kunsthändler Schulden bei Böhler hatte. Letzterer zeigte jedoch Verständnis und plante sogar ein gemeinsames Treffen in der französischen Hauptstadt. Im Mai 1931 verbrachten Böhlers ein paar Tage in Paris, im Juli besuchte Fritz Steinmeyer, der Direktor der Luzerner Kunsthandlung, die Familie Bauml.

Auch in den darauffolgenden Jahren gelang es Sabine und Jacques Bauml nicht, die Schulden bei Böhler zu begleichen. Die Angelegenheit wurde kompliziert, als die Münchner Kunsthandlung 1933 „sämtliche Auslandsforderungen dem Finanzamt melden“ musste und die Behörde ihm nahelegte „dafür zu sorgen, dass diese Aussenstände [sic!] hereinkommen“. 1939 beschlossen Böhler und Jacques Bauml diese Schulden durch die Übernahme von Ware zu begleichen, was die Überwachungsstelle für Waren verschiedener Art jedoch – trotz Böhlers Einsatz für seine „gute[n] Geschäftsfreunde“ – ablehnte.

Das letzte Schreiben von Böhler an Jacques Bauml ist für Dezember 1940 überliefert. Anschließend vergingen knapp zwei Jahre, bis der Münchner Kunsthändler wieder einen Brief aus Paris erhielt – von dem Insolvenzverwalter J. Villemin, der den Auftrag erhalten hatte, den aus der Liquidation der jüdischen Firma Bauml erzielten Erlös zu verteilen. Die Kunst- und Antiquitätenhandlung H. Bauml war durch das Vichy-Regime aufgelöst und ihre Ware schließlich versteigert worden. Villemin beglich im Frühjahr 1943 die Schulden Baumls an Böhler aus diesem Nachlass.

Sabine Bauml und ihr Sohn Jacques sowie ihre Schwestern Pauline (1874–1964) und Hedwige (1876–1964) Beck flohen 1942 nach Lyon. Jedoch hielten sich Mutter und Sohn aus bisher nicht bekannten Gründen Anfang 1944 in der Pariser Wohnung auf. Am 30. Januar wurden sie dort von der Gestapo verhaftet und am 8. Februar in Drancy interniert. Zwei Tage später folgte ihre Deportation nach Auschwitz-Birkenau. Sabine starb noch am selben Tag im Zug, Jacques am 15. Februar, nur zwei Tage nachdem er das Konzentrationslager erreicht hatte (Charles Rosner, Emancipation. Etes-vous (aussi) de Czernowitz?, 2007, S. 126 ff:http://hauster.de/data/EmancipationFR.pdf [Zugriff: 24.01.2023]).

Einige der Antiquitäten konnten rechtzeitig bei Freunden und Verwandten untergebracht und somit vor der Plünderung bewahrt werden. Ein Teil davon gelangte später wieder in die Hände der Beck-Schwestern. Bis in die 1940er Jahre hinein hatten diese Sabine und Jacques in dem Pariser Geschäft unterstützt, das sie nach Kriegsende jedoch nicht mehr eröffneten. So zeugen die Karteikarten nicht nur vom tragischen Schicksal von Sabine und Jacques Bauml, sondern auch von dem damit verbundenen Ende der Pariser Kunst- und Antiquitätenhandlung H. Bauml. Auf privater Ebene blieb der Kontakt zwischen den Schwestern Beck und der Familie Böhler bestehen. Seit den späten 1940er Jahren korrespondierte Julius Gustav Böhler (1929–2010) mit den beiden. Sie erzählten: „Wir sind gesund und haben uns in das Unvermeidliche gefügt. Die Jugend und die schönen Tage liegen weit hinter uns“. Auf der Gegenseite beteuerte Böhler noch viele Jahre nach dem Krieg: „Obwohl wir uns selten sehen, fühlen wir uns doch mit Ihnen immer noch aufs tiefste verbunden […]“.

ANNA-LENA LANG, M.A., ist Doktorandin an der LMU und wissenschaftliche Hilfskraft im Projekt „Händler, Sammler und Museen: Die Kunsthandlung Julius Böhler in München, Luzern, Berlin und New York. Erschließung und Dokumentation der gehandelten Kunstwerke 1903-1994“ am Zentralinstitut für Kunstgeschichte.

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Das Karteiensystem der Kunsthandlung Julius Böhler war nicht dafür gedacht, für Außenstehende auf Anhieb verständlich zu sein. Üblicherweise dokumentieren die Karteikarten jedenfalls neben Ein- und Ausgangsdatum eines Objektes, An- und Verkaufspreisen sowie Angaben zu Vorprovenienzen oder dem Erhaltungszustand die Namen von Vor- und Nachbesitzer*innen. Manchmal jedoch kommt es vor, dass stattdessen unspezifische – möglicherweise absichtlich nebulöse – Angaben wie „von einem Tändler in Wien“ (auf Karteikarte M_38-0288) oder „hinterm Hotel in Venedig“ (auf Karteikarte M_06-1206) zu finden sind.

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Die Briefe Emma Rosenthals aus dem Firmen- und Familiennachlass Rosenthal im Stadtarchiv München sind nicht nur eine wichtige Quelle für das Forschungsprojekt zur Rekonstruktion der privaten Kunstsammlung der Familie Rosenthal und zur Suche nach ihrem Verbleib am Zentralinstitut für Kunstgeschichte, sondern sie bilden in ihrer Fülle auch ein wichtiges zeithistorisches Zeugnis für das jüdische Leben während der NS-Zeit in München. Hier sollen die Briefe Emma Rosenthals vorgestellt werden, die in den Tagen des Münchner Abkommens entstanden sind.

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Im Jahr 2016 und am 28. April 2021 hat das ZI insgesamt gut 670 annotierte Auktionskataloge des zwischen 1887 und 1937 aktiven, weit über München hinaus bekannten Auktionshauses Hugo Helbing erhalten. Diese und weitere Bestände annotierter Helbing-Kataloge aus Zürich (Kunsthaus Zürich sowie Cassirer-Feilchenfeldt-Archiv) werden aktuell im Rahmen eines DFG-Projekts von der Universitätsbibliothek Heidelberg digitalisiert und sukzessive online gestellt. Dadurch werden die fragmentierten Teil-Bestände der Kataloge virtuell vereint, online frei zugänglich und damit erstmals übergreifend auswertbar.

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Anne Uhrlandt on behalf of the Stern Cooperation Project: Happy Birthday – and other good news

Today, we remember Dr. Max Stern, art historian and art dealer, born in Mönchengladbach on April 18th 1904 (d. 1987), and his father, textile industrialist turned art dealer and auctioneer, Julius Stern, born on April 18th 1867 in Anröchte (d. 1934). Father and son shared the same birthday.
Today, we are clarifying and contextualizing the business history of the Galerie Stern in Düsseldorf, forced to close in 1937 because the owner was of Jewish origin. Much of our activity focusses on establishing provenances for works of art associated with the gallery. In doing so, we address questions of collective memory as well as specific objects that are preserved in museums, private hands, or that circulate in the market. Again and again, we encounter processes of forced sales in response to persecution and oppression by the national socialist regime.

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Birgit Jooss über Hitler als Kunde

Auch Adolf Hitler kaufte bei Julius Böhler. 1934 erwarb er eine klassizistische Skulptur des Schweizer Bildhauers Heinrich Maximilian Imhof (1795–1869): Die marmorne Porträtbüste einer jungen Frau, die ihren Kopf nach unten neigt. Über ihrem welligen Haar trägt sie ein Kopftuch, ihren Oberkörper hat sie in ein einfaches, antikisch anmutendes Gewand gehüllt. Heute wird die 40 cm hohe Büste im Wallraf-Richartz-Museum in Köln als Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland aufbewahrt.

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Anne Uhrlandt und Stephan Klingen über eine seltsame Begegnung im Jahr 1936: Max Stern und Hermann Voss

In ihrer Publikation zum „Sonderbeauftragten des Führers“. Der Kunsthistoriker und Museumsmann Hermann Voss (1884-1969) [Köln, Weimar, Wien 2010] berichtet Kathrin Iselt eher beiläufig vom Ankauf eines zu diesem Zeitpunkt Josef Anton Koch zugeschriebenen Gemäldes, Das Mädchen aus der Fremde, bei der Düsseldorfer Galerie Stern durch Hermann Voss.

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Birgit Jooss über die „Hälfte eines Diptychons“

Die Objektkarteikarten der Kunsthandlung Julius Böhler dokumentieren nicht nur Transaktionen von Kunstwerken, sondern enthalten auch zahlreiche Informationen über gesellschaftliche und politische Vorgänge. So auch die Karte mit der Nummer 35 –5: Festgehalten ist der Auktionsankauf eines Elfenbeinreliefs am 29. Januar 1935. Stutzig macht eine Eintragung auf der linken Seite. An der Stelle, an der üblicherweise die Provenienzen festgehalten werden, vermerkte Böhler eine Auktion aus Beständen dreier Galerien: „sämtlich in Liquidation“. Hatte man hier etwa unbekümmert rigide Maßnahmen des NS-Regimes notiert? Aber warum? Da der Eingang mit „Auktion Paul Graupe, Berlin Verst. No. 137 25./26.1.35 No. 110“ genau vermerkt ist, lassen sich Versteigerung und Objekt schnell eruieren (Abb. 1).

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Birgit Jooss zu komplizierten Tauschgeschäften der Kunsthandlung Julius Böhler

Die Geschäftsunterlagen der Münchner Kunsthandlung Julius Böhler offenbaren immer wieder Überraschungen. Derzeit werden die Karteikarten der Kunsthandlung in einer Datenbank erfasst, um sie für die Forschung besser nutzbar zu machen. Neben den Herausforderungen, die die manchmal nur schwer lesbaren, handschriftlichen Eintragungen mit sich bringen, geht es auch darum, die Informationen möglichst so aufzubereiten, dass Kunstwerke sowie die in ihren Handel involvierten Akteure eindeutig identifiziert werden können. Da aber die Karteien mit ihren Vermerken der Kunsthandlung nur als internes Nachweisinstrument dienten, die nicht für die Veröffentlichung – etwa in einem Verkaufskatalog – bestimmt waren, sind die Vermerke nicht selten flüchtig und kursorisch notiert. So liest man immer wieder von Museen, die allein durch den Städtenamen gekennzeichnet sind: Museum Hamburg, Museum Stuttgart, Museum Darmstadt oder Museum Karlsruhe. Um welche Institutionen handelt es sich?

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Anne Uhrlandt on behalf of the Stern Cooperation Project

Today we remember both Dr. Max Stern, art historian and art dealer, born in Mönchengladbach on April 18th 1904 (d. 1987), and his father, art dealer and auctioneer Julius Stern, born on April 18th 1867 in Anröchte (d. 1934). Father and son share the same birthday.

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